Die letzte Dämmerung eines Freitagabends im Juli legte sich über die Orangenplantagen, als ich mich endlich an den Küchentisch setzte und mir eingestand, dass ich nicht mehr wusste, wohin mit meinem Leben. Die Ernte auf meinen 72 Hektar bei Bebedouro war seit zwei Wochen vorbei. Die Erde lag nackt da, die trockenen Zweige der Orangenbäume bogen sich im kalten Wind, der nachts von der Serra herabkam. Die Plantagen sahen genauso aus wie ich mich fühlte: leer, ausgeerntet, ohne jede Ahnung, was die nächste Saison bringen würde.

Mein Name ist Osvaldo Bezerra, ich bin 69 Jahre alt, und seit sieben Monaten habe ich den einzigen Menschen verloren, der diesen Ort zu mehr gemacht hat als roter Boden und überfällige Rechnungen. Zilda war eine Camargo, lange bevor sie eine Bezerra wurde. Dieses Land gehörte ihrem Großvater, Seu Firmino, bevor es irgendjemand anderem gehörte. Es war ein Erbe, das sie bekam, weil, wie der Alte sagte, sie das Rückgrat hatte, das dieses Land verlangte.
Als wir vor 38 Jahren heirateten, brachte sie dieses Stück Erde auf eine stille und endgültige Weise in unser Leben. Jetzt war sie gegangen, und ich saß immer noch auf demselben Stuhl, am selben Tisch, und starrte auf den leeren Platz mir gegenüber, den ich langsam und unbeholfen gelernt hatte, nicht anzusehen. Seit ihrer Beerdigung hatte ich das Anwesen nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr verlassen. Ich wärmte gerade einen Teller Suppe auf, von dem ich wusste, dass ich ihn nicht aufessen würde, als das Telefon klingelte.
Die Nummer war mir vertraut: Dona Neusa, die Besitzerin der Tankstelle und des Restaurants Beira Rio an der Landstraße. Sie und Zilda hatten immer diese Art von unbeschwerter Unterhaltung, die es nur zwischen zwei Frauen gibt, die der Welt nichts erklären müssen. „Osvaldo


